Projekt versorgt acht Schulen mit gesunder Mahlzeit / Ernährungsberaterin hilft

Woran erkenne ich gutes Mahl? „Wenn da gut und günstig draufsteht“, antwortet ein Schüler. Ein Lachen geht durch den Raum. Das ist natürlich die falsche Antwort. Es kommt auf die Typenzahl an, die auf der Verpackung steht. „Je höher diese ist, desto besser“, sagt Ernährungsberaterin Dana Schmidt von der Universitätsmedizin Rostock. Sie hat gestern Schülern im Förderzentrum am Schwanenteich erläutert, welche Lebensmittel gesund und welche eher ungesund sind. Auch haben die Viert- bis Neuntklässler gemeinsam Gemüse geschnippelt und gesunde Speisen zubereitet.
Hintergrund ist das Frühstücksprojekt „Lernen – aber satt“, eine Gemeinschaftsaktion von Rostocker Unternehmen, Vereinen und Schulen. „Ein ausgewogenes Frühstück hilft Schulkindern, mit Energie in den Tag zu starten. Aber morgens geht es daheim oft hektisch zu. In einigen Familien fällt das Frühstück ganz aus“, sagt Wiro-Sprecher Carsten Klehn. Manchmal sei auch das Geld zu knapp für einen gesunden Pausensnack. Doch gute Ernährung dürfe kein Privileg sein, so Klehn. Die Wiro unterstützt das Projekt daher gemeinsam mit den Stadtwerken Rostock und der Ostseesparkasse. Insgesamt spenden sie 30000 Euro. Es gehe dabei vor allem auch um Aufklärung, so die Unternehmen.

Ehrenamtler aus fünf Vereinen verteilen in acht Rostocker Schulen das gesunde Frühstück: Joghurt, frisch belegte Brote, Gemüse und Obst. Die Förderschule am Schwanenteich ist seit 2010 dabei. „Wir bieten das Schulfrühstück dreimal in der Woche an. Etwa ein Drittel unserer Schüler nutzen das Angebot“, sagt Schulleiterin Ariane Moeck. Die Lebensmittel liefern die Rostocker Tafel und die Bäckerei Never. „Die Schüler sind teilweise lange im Unterricht und brauchen ein ausgewogenes Frühstück, damit sie ausgeglichen, fit und leistungsfähig sind“, sagt Moeck.

Katrin Bechmann von der Rostocker Tafel verteilt das Schulfrühstück seit fünf Jahren in der Förderschule am Schwanenteich. „Das macht sehr viel Spaß und die Kinder sind dankbar“, sagt die Ehrenamtlerin. Was ihr auffällt: „Die Kleinen essen gerne Gemüse, die Großen schieben es eher beiseite.“ Jennifer (11) schmeckt das Schulfrühstück. „Weil es gesund und lecker ist“, sagt die Viertklässlerin. Auch Gene (17) mag das Frühstück. „Hier könnte ich immer essen.“ Was Jennifer gestern überrascht hat: „Ich wusste nicht, dass in Kakao so viel Zucker steckt.“ 80 Prozent beträgt der Anteil – auch wenn auf der Verpackung steht, dass 30 Prozent weniger Zucker enthalten sein sollen. „Dann wurde nur anderer Zucker verwendet“, sagt Ernährungsberaterin Schmidt. Selbst in Säften sei viel Zucker. Und auch im Frucht-Joghurt. Die Alternativen: Selbstgemachte Smoothies und Naturjoghurt mit frischem Obst.

Schmidts Erfahrung: „Kinder wissen oft, was gesund ist und was nicht.“ Die Eltern seien jedoch entscheidende Vorbilder. „Freiwillig essen Kinder nicht so gerne Gemüse, weil es Arbeit macht. Aber wenn man es klein schneidet und hinstellt, wird es auch gegessen“, sagt Schmidt. Sie empfiehlt den Kindern, fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag zu essen. Doch wie viel ist eine Portion? „Das messt ihr mit euren Händen. In eine Hand passt zum Beispiel ein Apfel – er entspricht also einer Portion“, sagt Schmidt zu den Schülern. Und damit sie die fünf Portionen an einem Tag auch schaffen, sollten sie damit schon zum Frühstück anfangen.


 

Ohne Hunger in den Unterricht: Schüler lernen Frühstück