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Bürgermeister gibt sein Stelldichein bei der Rostocker Tafel.

Essen, wo es hingehört...

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Bürgermeister gibt sein Stelldichein bei der Rostocker Tafel.

Leiterin Beate Kopka und Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen

Claus Ruhe Madsen begrüßt Ehrenamtliche bei der feierlichen Eröffnung der neuen Sammelstelle

Schutow/ Rostock: Da wunderten und freuten sich die eingeladenen knapp zweihundert Gäste, als Claus Ruhe Madsen jedem, der anwesenden ehrenamtlichen Helfer persönlich die Hand gab. Für sie war es Dank und Ansporn zugleich. Der Umzug in die neue Sammelstelle war notwendig und kostete Kraft, doch nun ist es geschafft. „Wir haben größere Lagerräume, eigene Parkplätze, eine gute Erreichbarkeit für unsere vielen Helfer und Lebensmittel und liegen dezentral, um niemanden zu stören und zentral genug, um alle Sammelstellen und Ausgabestellen sehr gut erreichen zu können.“ freut sich Beate Kopka, Leiterin der Rostocker Tafel.

Die Vorstandsvorsitzende des Fördervereins der Rostocker Tafel, Jana Röper, die das Fest für die vielen Ehrenamtlichen und einige Spender ausstattete, freut sich sehr. „Der Förderverein hat die Entwicklung in Reutershagen beobachten können und sehr schnell Hilfe bei der Suche nach einer anderen Räumlichkeit angeboten.“ berichtet Jana Röper. „Uns liegt die Tafel sehr am Herzen, daher war es nur selbstverständlich, dass wir neben der Suche auch beim Umzug unsere Unterstützung angeboten haben.“

Das Fest am Vortag des 3. Oktober ist insbesondere ein Dankeschön an die vielen Ehrenamtlichen, ohne die es die Tafelarbeit in Rostock gar nicht geben würde, aber auch an die Unterstützer, die in der letzten Zeit halfen, im neuen Domizil anzukommen und die Arbeit in gewohnter Weise fortzusetzen. Bis weit in die Nacht wurde gegessen und gefeiert. Das Highlight für viele der Gäste wahr jedoch der offene und den Menschen zugewandte Bürgermeister, der sich mit den Helfern, oft selbst auf Hilfe angewiesen, unterhielt, Selfies machte und für bleibende Erinnerungen sorgte.

Der zweite Umzug war nicht geplant, doch Beate Kopka ist glücklich, dass der Standortwechsel so schnell und unkompliziert über die Bühne gegangen ist und die Tafel nun einen unbefristeten Mietvertrag hat. „Alles wurde in Eigenleistung erbracht, das kostet Kraft. Als Dank dafür ist dieses Fest ein gelungener Abschluss, doch ohne die vielen Spender wäre weder das Fest, noch die dringend nötige Arbeit der Rostocker Tafel gar nicht möglich.“

Kopka dankt daher von Herzen insbesondere Jana Röper, die sich fast täglich für den Erhalt der Tafel engagiert und gemeinsam mit weiteren Spendern das Fest finanzierte und den Umzug unterstützten. Darunter Hotel Warnemünder Hof, Glashäger Brunnen GmbH, BDO Warentreuhandsgesellschaft MRS Immobilien GmbH, Mercedes Benz, FSN Fördertechnik GmbH, Die Rostocker – Wurst- und Schinkenspezialitäten GmbH, Bauhaus Baumarkt und die AXA Vertretung Waskewitz.

Nicht nur in Rostock gibt es eine wachsende Anzahl an Menschen, die arm sind. Die Gründe für die Armut sind vielfältig – eine kleine Rente, Arbeitslosigkeit, Insolvenz aus früherer Selbstständigkeit, Scheidung und weitere. Oftmals bedingt auch das Fehlen an bezahlbarem Wohnraum das Leben am Existenzminimum. Wöchentlich kommen 1.100 Menschen mit wenig Einkommen zur Lebensmittelausgabe der Tafel – eine nicht mehr wegzudenkende Unterstützungsleistung an 16 Ausgabestellen. Die Abholung und Ausgabe der Lebensmittel erfolgen von Montag bis Samstag.

Informationen:

Das Konzept der Tafeln stammt aus den USA. Aufgrund der schlanken Sozialsysteme gibt es eine große Tradition sozialen Bürgerengagements. 1963 wurde in Phoenix in Arizona die weltweit erste Tafel, die „St. Mary‘s Foodbank“, ins Leben gerufen. 1993 wurde die erste Tafel in Deutschland gegründet. Berliner Frauen ergriffen die Initiative, nachdem sie das Tafel-Prinzip in New York kennen gelernt hatten. Bereits zwei Jahre später wurde der Dachverband mit 35 Tafeln konstituiert. 1998, gab es bereits 100 Tafeln und heute sind es über 934 mit mehr als 2.100 Tafel-Läden und Ausgabestellen. Im Jahr retten die Tafeln durchschnittlich 200.000 Kilogramm genießbarer Lebensmittel vor der Vernichtung und ca. 65.000 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter versorgen täglich etwa 1,5 Million Menschen mit Essen.

Fotos: Claus Ruhe Madsen und Beate Kopka sowie Jana Röper, Vorständin des Fördervereins Rostocker Tafel und Beate Kopka